Vereinbarung in Bangladesch: Ein Schritt in Richtung fairer Bekleidung

16 MAI 2013, AMSTERDAM
Zusammenfassung
Mit ihrer Unterschrift unter der Vereinbarung zu Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch haben mehrere große internationale Bekleidungsfirmen einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in einem der wichtigsten textilproduzierenden Länder der Welt getan. Die Fair Wear Foundation begrüßt diese Vereinbarung und hofft, dass andere, längst überfällige Maßnahmen bald folgen.

„Es ist beispiellos, dass eine solche Vereinbarung in der Bekleidungsbranche so breite Unterstützung findet“, sagt Erica van Doorn, die Geschäftsführerin der Fair Wear Foundation. „Wir hoffen, dass dies den Beginn anhaltender Bemühungen markiert: die bloße Prüfung von Brandschutz und Gebäudesicherheit wird nur dann ausreichen, wenn die internationalen Marken ihre Geschäftspraktiken ändern.“

Van Doorn betont, dass unsichere Fabriken nicht alleine Resultat nachlässiger Betriebsleiter oder unzureichender Sicherheitsprüfungen sind. „Bekleidungsfirmen üben häufig unzumutbaren Druck auf die Fabriken aus und fordern niedrige Preise und schnelle Lieferung. Das untergräbt natürlich Bemühungen um bessere Arbeitsbedingungen.“ Daher führt die Fair Wear Foundation jährliche, unabhängige Überprüfungen der Geschäftspraktiken ihrer Mitgliedsfirmen durch.

Gebäudesicherheit ist eines der größten Probleme, mit denen sich Textilarbeiter in Bangladesch konfrontiert sehen. Hungerlöhne, extreme Arbeitszeiten und sexuelle Belästigung sind weitverbreitet. „Die Menschenrechte von Millionen von Arbeitern werden täglich verletzt“, so Juliette Li, die Bangladesch-Expertin der FWF. „Wir engagieren uns seit beinahe zehn Jahren vor Ort. Obwohl auch wir nicht alle Antworten wissen, macht unsere umfassende Vorgehensweise mit sehr sorgfältigen, unabhängigen Fabrikkontrollen unser Mitgliedsfirmen zu Vorreitern in der Bekleidungsbranche.“

Mehr als 90 Firmen, die 120 Marken repräsentieren, sind Mitglied der Fair Wear Foundation. Sie haben sich freiwillig dazu entschlossen, die Arbeitsbedingungen, darunter Arbeitsschutz und Gesundheit, zu verbessern. FWF hat Kontrollteams in 11 Produktionsländern. FWF hat auch telefonische Anlaufstellen für Beschwerden in diesen Ländern, bei denen Arbeiter (anonym) vor Ort Verstöße gegen die Arbeitsgesetze melden können.

Produkte von FWF-Mitgliedern werden in mehr als 20.000 Läden in über 80 Ländern verkauft. FWF-Mitglieder repräsentieren vielfältige Marktsegmente von Discountern über Couture und Arbeitsausstatter bis hin zu Outdoor- und Sportmarken. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen macht die Kleidung nicht unbedingt teurer - Produktionskosten stellen oft nur einen Bruchteil der Verkaufspreise dar.

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